Ich bin nicht behindert -
ich werde behindert...

Heute hat mich eine email erreicht, die in mir mehr negative Gefühle verursacht, als alle Facebook-Kommentare zusammen. Was NICHT an der Schreiberin, sondern mehr den Sinn des Inhaltes betrifft - und ich bedanke mich ausdrücklich bei der Schreiberin, das sie mir diese email geschickt hat!

Am 21.08.2017 um 06:41 schrieb S. S.:

Sehr geehrter Herr Haag,

vielen Dank für Ihre informative Seite. Vielleicht wollen Sie diese um eine weitere Toilette in Saarbrücken ergänzen?
Ich konnte leider nicht erkennen ob die Seite noch "aktiv" ist und weiter gepflegt wird.

In der Stadtbibliothek, Öffnungzeiten (Di - Fr. 10.00 - 19.00 Uhr und Sa. 10.00-14.00 Uhr) gibt es im Untergeschoss eine Behindertentoilette. Diese ist über einen Aufzug zu erreichen und kann mit dem Euro-Schlüssel geöffnet werden.
Viele Grüße aus
dem Nordsaarland

(Frau S. habe ich ähnlich geantwortet)

Liebe Frau S. - die Seite ist noch online - unter aktiv verstehe ich aber etwas anderes. Aufgrund meiner Behinderung bin ich unter anderem bei der Aktualisierung der Adressen auf externe Hilfe angewiesen (mein Freund schreibt zum Beispiel diesen Text nach meiner Vorgabe). Wenn aber zum Beispiel saarländische Behindertenbeauftragte diese Seite für unnötig halten und mir zum Beispiel unterstellen, ich wollte mich damit nur profilieren bzw. Geld verdienen, habe ich Mühe, mich noch länger zu motivieren - einmal abgesehen vom Geld, was die Internetadresse kostet.

Ich werde bundesweit (und im angrenzenden Ausland!) in Touristenführer und ähnlichen Publikationen geführt - im Saarland hält es noch nicht mal die DEHOGA oder die Tourismuszentrale für nötig, meine vor drei Jahren ! gestellte Bitte um Mithilfe zu beantworten.

Ich habe sogar schon eine Drohung mit Anzeige bekommen, wenn ich nicht die Adresse eines Behindertenbeauftragten aus der öffentlichen Liste der Behindertenbeauftragten entferne - das ist doch nicht meine Liste - das ist die Liste der saarländischen Regierung! Was ist den so geheimnisvolles an der ÖFFENTLICHEN Adresse eines Behindertenbeauftragten?!

Ich finde sowas einfach nur krank und behandlungsbedürftig...

Arno Haag

 


Internetseite mit Adressen von Behindertentoiletten im Saarland
(Diese Seiten sind von privat an privat - die Übernahme der Daten für non-profit-Organisationen wie DRK, Malteser, Behindertenorganisationen und Seiten, die keinen kommerziellen Hintergrund haben, aber Informationen für "Behinderte" zur Verfügung stellen)
Diese Adressen sind öffentlich zugänglich und damit entfällt hier der Datenschutz. Sollte sich jedoch jemand daran stören, das seine Adresse/Namen hier veröffentlicht ist, wende er sich bitte an mich, der Namen wird dann entfernt - allerdings kann ich mir keinen nachvollziehbaren Grund vorstellen, warum ein öffentlich bestellter Behindertenbeauftragter seinen Namen nicht veröffentlicht sehen will - was ja auch dem Charakter des Amtes widersprechen würde. Trotz bester Recherche sind alle Adressen ohne Gewähr - bis auf ganz wenige Ausnahmen sind diese allerdings entgegen der Aussage des Landesbehindertenbeauftragten Wolfgang Gütlein, von örtlichen Behindertenbeauftragten und Rathäusern abgefragt - Stand 2015 - allerdings muss ich davon ausgehen, das es jetzt eher weniger als mehr geworden sind - im Zweifel nutzen Sie die Liste unten und rufen Sie den zuständigen Behindertenbeauftragten an!


 

 

Lassen Sie sich nicht unterbuttern - auch Ihr Gegenüber wird hoffentlich einmal alt und leider vielleicht einmal behindert - laut Statistik wird es wohl in den nächsten Jahren jeder Zweite - und aufs Klo muss sogar jeder Mensch! Machen Sie ihrem Gegenüber das klar.

Behinderung ist kein Schicksal - wir sind nicht behindert - wir werden behindert - lassen Sie sich das nicht gefallen!

Auszug von der Internetseite des Saarlandes zum Thema Behinderung:

"Zu den kommunalen Maßnahmen im Bereich „Barrierefrei leben“ gehören viele Einzelmaßnahmen, wie z. B. die Absenkung von Bordsteinen, die Ausstattung von Ampeln mit akustischen Signalen für Sehbehinderte und Blinde, die Schaffung von Rampen, die Erneuerung bzw. Einrichtung von Behindertenparkplätzen, aber auch der behindertengerechte Umbau von Freizeiteinrichtungen. Im Bereich „Information und Kommunikation“ werden Informationsbroschüren sowie barrierefreie Internetseiten erstellt." (Zitat Ende)

Schön das es dies alles gibt - aber "ein paar mehr" Behindertentoiletten wäre auch ganz schön - bevor es zu spät ist... - immer noch gibt es KEINE Vorschriften für Behinderten-Toiletten auf Volks- und Strassenfesten - aber der Wasserschlauch und der Bierdeckel an den Ständen, die sind Seitenweise reglemtiert...

 

Auszug

Verordnung über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten
(Versammlungsstättenverordnung - VStättVO)

Vom 25. August 2008
geändert durch die Verordnung vom 16. November 2012 (Amtsbl. I S. 450).

§ 12

Toilettenräume

(1) Versammlungsstätten müssen getrennte Toilettenräume für Damen und Herren haben. Toiletten sollen in jedem Geschoss angeordnet werden. Es sollen mindestens vorhanden sein:

Besucherplätze

Damentoiletten

Herrentoiletten

 

Toilettenbecken

Toilettenbecken

Urinalbecken

bis 1.000 je 100

1,2

0,8

1,2

über 1.000

je weitere 100

0,8

0,4

0,6

über 20.000

je weitere 100

0,4

0,3

0,6

Die ermittelten Zahlen sind auf ganze Zahlen aufzurunden. Soweit die Aufteilung der Toilettenräume nach Satz 2 nach der Art der Veranstaltung nicht zweckmäßig ist, kann für die Dauer der Veranstaltung eine andere Aufteilung erfolgen, wenn die Toilettenräume entsprechend gekennzeichnet werden. Auf dem Gelände der Versammlungsstätte oder in der Nähe vorhandene Toiletten können angerechnet werden, wenn sie für die Besucherinnen und Besucher der Versammlungsstätte zugänglich sind.

(2) Für Rollstuhlbenutzerinnen und -benutzer muss eine ausreichende Zahl geeigneter, stufenlos erreichbarer Toiletten, mindestens jedoch je zehn Plätzen für Rollstuhlbenutzerinnen oder -benutzer eine Toilette, vorhanden sein.

(3) Jeder Toilettenraum muss einen Vorraum mit Waschbecken haben.

§ 13

Stellplätze für Behinderte

Die Zahl der notwendigen Stellplätze für die Kraftfahrzeuge behinderter Personen muss mindestens der Hälfte der Zahl der nach § 10 Abs. 7 erforderlichen Besucherplätze entsprechen. Auf diese Stellplätze ist dauerhaft und leicht erkennbar hinzuweisen.

...merkwürdig - hier gehts doch auch?! Wo ist das Problem im "Freien"?!

Auf die Erklärung bin ich mal gespannt - denn genauso wie es Toilettenwagen für "normale" Besucher gibt, gibt es die auch für Menschen mit motorischen Einschränkungen - sowas nennt man Gleichbehandlung - respektive Diskriminierung - "Diskriminierung bezeichnet eine gruppenspezifische Benachteiligung oder Herabwürdigung von Gruppen oder einzelnen Personen." (Quelle Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Diskriminierung) und dafür gibt es keine Entschuldigung und schon gar keine Erklärung in der heutigen Zeit!


Die Behindertenbeauftragten des Saarlandes - Quelle öffentlich - https://www.saarland.de/dokumente/res_soziales/Kommunale_BB_2018.pdf

(aus verschiedenen Gründen ist eine direkte Verlinkung nicht möglich - aber Sie können die Internetadresse kopieren)

Arno Haag

mobil 0178-1863246
Tel. 06898-63246
Fax 06898-689476
Derler Strasse 152
66346 Püttlingen
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ww.behindertentoiletten.saarland
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